Therapiemöglichkeiten

Nach dem derzeitigen Wissensstand ist ein multimodaler Therapieansatz am meisten von Erfolg gekrönt. Die Behandlungen finden in der Regel ambulant statt. Situationsanalysen, Elternberatung und -training, eine gezielte Physiotherapie, verhaltenstherapeutische Interventionen, Coaching und sozialtherapeutische Unterstützung sowie der Einsatz von Medikamenten sind die häufigsten angewendeten Therapiemöglichkeiten. Neuerdings werden auch Binaurale Beats bei ADHS immer interessanter.

Wenn ADHS von einer oder mehreren ähnlichen Störungen begleitet wird, müssen in die Therapie diese Störungen mit einbezogen werden um einen Erfolg vermerken zu können. Zum Beispiel wird man versuchen, sofern nahrungsmittelinduzierte Symptome vorliegen, diese Einzugrenzen um die Unverträglichkeiten zu isolieren und eine spezielle Diät in die Therapie mit einzubinden.

Heilen kann man ADHS nicht, aber es lässt sich relativ gut behandeln.

Medikamente sind in der Behandlung von Menschen die an ADHS erkrankt sind und andere Therapien nicht helfen, eine gute Wahl. Hier werden vor allem Methylphenidat Mittel, wie zum Beispiel Medikiniet verwendet. Der Wirkstoff Mehylphenidat ist kein Beruhigungsmittel wie viele glauben sondern gehört in die Gruppe der Stimulanzien. Die Verordnung eines Medikamentes im Rahmen der ADHS Therapie ist abhängig vom Schweregrad. Jeder Betroffene benötigt eine andere Dosierung, deswegen wird auch symptomorientiert behandelt. Ohne Medikamente sind weiterführende Therapien oft nicht durchführbar. Deswegen werden sie häufig als Baustein in der ADHS Therapie eingesetzt und sind in manchen Fällen kann nicht darauf verzichtet werden.

Die Diskussion bezüglich einer Abhängigkeit im Rahmen der Medikamenteneinnahme bei ADHS wird auch öffentlich diskutiert, mit oftmals kontroversen Meinungen. Gesunde Menschen sind grundsätzlich weniger gefährdet als an ADHS erkrankte. Dies liegt aber an der Störung selbst und nicht an der Form der Therapie. So kann durch eine medikamentöse Therapie oftmals der Suchtgedanke an Nikotin oder Alkohol gemindert werden und ist deshalb niedriger als bei ADHS-Patienten ohne eine Therapie mit Medikamenten.

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